Sie sind hier

Regionale Musikschule Grevenmacher wird in das denkmalgeschützte Peter von Osbourg Haus zurückkehren

Gemeenerot Claude Wagner René Sertznig Patrick Frieden

Anfangs der Sitzung bestätigt der Gemeinderat ein Dringlichkeitsreglement des Schöffenrates, das aus Sicherheitsgründen den Zugang zu dem Teilgebiet ‚Fels‘ untersagt, in dem sich kürzlich ein Erdrutsch ereignet hat. Gleichzeitig genehmigt der Gemeinderat einen Kostenanschlag von 200.000 € um die notwendigen Stabilisierungsarbeiten an Ort und Stelle unverzüglich ausführen zu können.

Nach etlichen administrativen Punkten genehmigt der Gemeinderat einstimmig einen Verkaufskompromiss, abgeschlossen zwischen dem Zivilhospiz und dem interkommunalen Syndikat SIAEG betr. Ländereien im Gesamtareal von 4 Ha 62 Ar 77 Ca, zum Preise von 300.800 €. Der Verkauf findet im Interesse der geplanten Vergrösserung der Industrie- und Handelszone ‚Potaschberg‘ statt. Ebenfalls einstimmig genehmigt der Gemeinderat einen Kaufkompromiss betr. ein 4,22 Ar grosses Grundstück im Kummert, angrenzend an den dort befindlichen Parkplatz. Der Kaufpreis beläuft sich auf 244.760 €. Vorerst dient der Ankauf der Vergrösserung des Parkplatzes; da das Grundstück in der Wohnzone gelegen ist, ist eine spätere Bebauung nicht ausgeschlossen.

Alsdann kommt der Gemeinderat zum Hauptpunkt der Sitzung: Um- und Ausbau des Peter von Osbourg Hauses. Das vom Architektenbüro WeB aufgestellte ‚avant projet sommaire‘ sieht Investitionen im Gesamtbetrag von 4.617.127 € vor. Neben der kompletten Instandsetzung des bestehenden Gemäuer ist ein Anbau mit Treppenhaus und Aufzug vorgesehen, ein zusätzlicher Keller mit Sanitäranlagen und Abstellraum, sowie eine komplette Glasabtrennung des Innenhofs, die für die Belange der Musikschule (Auditionen, Konzerte) gebraucht wird und ebenfalls für Empfänge dienen kann. Etwas über 50 Sitzplätze bietet dieser neu zu schaffende Raum. Bürgermeister Gloden (CSV) bedankt sich beim Architekten, beim Zivilhospiz (Hauseigentümer) sowie bei Kultur Staatssekretär Guy Arendt für die zugesagte Unterstützung des Projektes, das er im Kontext der Ausbauphasen II und III des Marktplatzes sieht. Nachdem der Architekt Erklärungen zu verschiedenen Fragen von Ratsmitgliedern zum Projekt abgegeben hat, bittet Rat Tess Burton (LSAP) um eine zügige Umsetzung im Interesse des lokalen Geschäftswesens. Rat René Sertznig (DP) begrüsst das Projekt, bedauert aber gleichzeitig, dass der Schöffenrat nicht bereit ist, die Phase II des Marktplatzes in das Vorhaben zu integrieren, da hier Infrastrukturen für die lokalen Vereine mit einem Ausbau der Musikschule hätten gepaart werden können. Er stellt fest, dass absolut keine Reserven für eine Erweiterung der Musikschule auf dem bestehenden Gelände möglich sind und es nicht lange dauern wird, bis das Thema Räumlichkeiten für die regionale Musikschule wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderates stehen wird. An Schülerzahl vergleichbare Musikschulen in Redange/Attert oder Bascharage verfügen über weitaus mehr Raum. Rat Patrick Frieden (DP) ergänzt, dass die Percussion bereits jetzt im Centre Culturel verbleibt und, wenn sich die Musikschule über die bestehenden 600 Schüler vergrössert, zusätzliche Infrastrukturen dringend gebraucht werden. Pläne und Kostenanschlag des ‚avant projet sommaire‘ werden einstimmig genehmigt.

Bürgermeister Léon Gloden (CSV) informiert den Gemeinderat über ein ‚hearing‘ betr. die Umweltverträglichkeitsstudie für den Ausbau des Tanklagers. Er zeigt sich über den Verlauf der Gespräche sehr enttäuscht, die ergeben haben, dass es ausschliesslich um privatwirtschaftliche Interessen geht. Neben umweltrelevanten Fragen bleiben auch juristische Fragen, u.a. der staatlichen Finanzierung von Infrastrukturen für rein private Nutzung, zu klären.

Rat Claude Wagner (DP) macht auf das anstehende Parkproblem bei den Sportinfrastrukturen ‚op Flohr‘ aufmerksam, wenn gleichzeitig Aktivitäten in der neuen Sporthalle und auf dem Fussball- resp. Athletikfeld stattfinden und bittet den Schöffenrat, sich Gedanken über eine Lösung zu machen.